Festes Vokabular oder freie Eingabe: Vor dieser Frage steht jedes Verzeichnis, sobald Einträge ihre Leistungen, Fachgebiete oder Kategorien angeben sollen. Die Entscheidung wirkt klein. Sie bestimmt aber, wer sich überhaupt eintragen kann, wie gut die Filter funktionieren und wie viele Übersichtsseiten am Ende entstehen. Im SEO CMS ist sie seit Fassung 1.0.128 eine Einstellung. Hier geht es darum, wann welcher Weg passt.
Die feste Auswahl
Eine vorgegebene Liste hält das Vokabular sauber. Filter liefern verlässliche Ergebnisse, Übersichtsseiten lassen sich zuverlässig erzeugen, und niemand schreibt dieselbe Sache auf drei Arten. Für ein Fachverzeichnis ist das der richtige Weg: Ein Verzeichnis für Suchmaschinenoptimierung kann mit vierzehn Leistungen fast alles abdecken, was dort angeboten wird.
Die feste Auswahl setzt voraus, dass der Gegenstand umrissen ist. Ein Verzeichnis für Fachleute aller Art kann keine vollständige Liste vorgeben. Der Bäcker findet dort nichts, was auf ihn zutrifft, und trägt sich nicht ein. Das Verzeichnis verliert damit gerade die Einträge, die es am Anfang am dringendsten braucht.
Die freie Eingabe
Ein offenes Textfeld nimmt jeden auf. Nach unserer Erfahrung stehen aber schon nach kurzer Zeit "Brot backen", "Brotbacken" und "BROT BACKEN" als drei verschiedene Angaben im Bestand. Filter werden unbrauchbar, weil jede Schreibweise nur einen Teil der passenden Einträge findet. Übersichtsseiten zersplittern, und die Redaktion räumt hinterher auf, was beim Eintragen hätte verhindert werden können.

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Der Mittelweg: Vorschläge statt Vorgaben
Ein Eingabefeld mit Vorschlagsliste filtert beim Tippen und lässt trotzdem eigene Begriffe zu. In HTML gibt es dafür das Element datalist: Es enthält eine Reihe von option-Elementen, die als empfohlene Werte für ein verknüpftes Eingabefeld dienen, und das Feld nimmt auch Werte an, die nicht in der Liste stehen [1]. Verknüpft wird es über das Attribut list am Eingabefeld. Ein Skript ist dafür nicht nötig.
Die Grenzen solltest du kennen. MDN weist darauf hin, dass die Schrift der Vorschläge beim Zoomen nicht mitwächst, dass sich die Liste kaum per CSS gestalten lässt und dass einige Kombinationen aus Screenreader und Browser, etwa NVDA mit Firefox, die Vorschläge nicht ansagen [1]. Das Eingabefeld selbst bleibt bedienbar. Wer die Vorschläge nicht sieht oder nicht hört, tippt den Begriff eben selbst.
Entscheidend ist, woher die Vorschläge kommen. Im SEO CMS stammen sie aus dem Bestand des Portals: Gezählt wird, welche Bezeichnungen in veröffentlichten Einträgen schon vergeben sind, sortiert nach Häufigkeit, voreingestellt sind höchstens 150 Vorschläge. Die Liste steht im Quelltext jeder Seite mit dem Formular. Sehr lange Listen machen die Seite deshalb schwerer. Ein leeres Verzeichnis zeigt keine Vorschläge, und das ist besser als eine Liste, die nicht zum Portal passt.
Der Schritt, den du nicht weglassen darfst
Eine offene Eingabe braucht eine Zusammenführung beim Speichern. Jede Angabe wird ohne Rücksicht auf Groß- und Kleinschreibung gegen das vorhandene Vokabular geprüft. Gibt es "SEO" bereits, wird aus der Eingabe "seo" wieder "SEO", und doppelte Angaben im selben Eintrag fallen weg. Unbekannte Bezeichnungen bleiben unverändert stehen und gehen in die Moderation. Über einen neuen Begriff entscheidet ein Mensch.

Ohne diesen Schritt bleibt die Vorschlagsliste Dekoration. Sie zeigt, was da ist, verhindert aber nicht die vierte Schreibweise daneben. Wie das CMS Vokabular, Aliase und Querverweise ordnet, steht unter Ordnung, Vokabular und Querverweise.
Was das für die Sichtbarkeit bedeutet
In einem Verzeichnis sind Kategorien zugleich Seitenstruktur. Jede Bezeichnung, die sich durchsetzt, wird irgendwann eine Übersichtsseite mit eigener Adresse. Drei Schreibweisen ergeben drei schwache Seiten mit jeweils einem Teil der Einträge statt einer, die alle zeigt. Google empfiehlt bei größeren Websites, thematisch ähnliche Seiten in gemeinsamen Ordnern der Adressstruktur zu gruppieren, damit sich besser einschätzen lässt, wie oft sich die Seiten eines Bereichs ändern [2]. Ein zerfasertes Vokabular erzeugt dagegen mehrere dünne Übersichtsseiten zum selben Thema.
Ähnlich verhält es sich mit Filtern. Google beschreibt, dass Filterkombinationen über Parameter fast unbegrenzt viele Adressen erzeugen können, was zu übermäßigem Crawling führt und das Auffinden neuer, nützlicher Seiten verlangsamt [3]. Für Kombinationen ohne Ergebnis empfiehlt Google einen echten Statuscode 404 [3]. Je sauberer das Vokabular, desto weniger leere oder fast leere Kombinationen entstehen. Was eine solche Ordnung ausmacht, erklärt der Glossareintrag Taxonomie, die Filterseite im Besonderen der Eintrag Facettierte Navigation.
Welche Einstellung zu welchem Portal passt
Für ein klar umrissenes Fachverzeichnis passt die feste Auswahl. Ein offenes Portal fährt mit dem Suchfeld und Vorschlägen aus dem Bestand besser. Die Mischung aus beidem, im SEO CMS die Voreinstellung, eignet sich für Portale, die einen festen Kern haben und am Rand wachsen sollen. Die freie Eingabe ohne Vorschläge ist nach unserer Erfahrung nur sinnvoll, wenn eine Redaktion jeden Eintrag ohnehin von Hand prüft. Wie ein Verzeichnis insgesamt Gewicht bekommt, beschreibt der Beitrag Ein Verzeichnisportal aufbauen, das nicht dünn wirkt.
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- Organisation datalist: Das HTML-Datenlistenelement. MDN Web Docs, Mozilla. Stand 31.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation SEO-Startleitfaden. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Crawling von Facettensuche-URLs verwalten. Google Search Central. Stand 06.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Eingaben nicht einfach auf die Liste beschränken?
Technisch ja. Dann kann sich aber niemand eintragen, dessen Fachgebiet noch fehlt, und bei einem wachsenden Verzeichnis sind das am Anfang die meisten. Ein Anfrageweg für neue Bezeichnungen ist die mildere Fassung derselben Strenge.
Wie viele Vorschläge sind sinnvoll?
So viele, wie das Tippen noch sinnvoll filtern kann. Das SEO CMS begrenzt die Liste in der Voreinstellung auf 150 Einträge. Weil die Liste im Quelltext jeder Formularseite steht, kostet eine sehr lange Liste Ladezeit.
Funktioniert datalist mit Screenreadern?
Das Eingabefeld ja. Die Vorschläge werden laut MDN nicht von jeder Kombination aus Screenreader und Browser angesagt, etwa nicht von NVDA mit Firefox. Wer die Vorschläge nicht hört, kann den Begriff trotzdem eintippen.
Was passiert mit Bezeichnungen, die nur einmal vorkommen?
Sie bleiben am Eintrag stehen. Eine eigene Übersichtsseite lohnt sich nach unserer Erfahrung erst, wenn mehrere Einträge dieselbe Bezeichnung tragen, sonst entstehen Seiten mit einem einzigen Ergebnis.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.



