Verzeichnisportale haben einen schlechten Ruf, weil die meisten nach demselben Muster entstehen: eine Datenquelle einkaufen, zweitausend Seiten erzeugen, hoffen. Das funktioniert seit Jahren nicht mehr und schadet der Domain nachhaltig.
Die Reihenfolge, die trägt
1. Den Zuschnitt festlegen, bevor Daten kommen
Ein Verzeichnis braucht eine Antwort auf die Frage, warum jemand es statt einer Suchmaschine benutzt. „Alle Betriebe in Deutschland" ist keine Antwort. „Betriebe mit Prüfsiegel X, redaktionell nachgeprüft" ist eine.
2. Fünf Einträge von Hand ausarbeiten
Nicht fünfzig. Fünf, so gut wie möglich – mit Beschreibung, Leistungen, Schwerpunkten. Erst danach weiß man, welche Felder man wirklich braucht. Meistens sind es andere als die, die man am Anfang vermutet hätte, und ein Feld nachträglich zu ergänzen ist teuer, wenn schon zweitausend Datensätze existieren.
3. Die Untergrenze festlegen
Ab wie vielen Einträgen wird eine Themenseite öffentlich? Drei ist ein brauchbarer Wert. Darunter existiert die Seite im Backend, erscheint aber weder in der Navigation noch in der Sitemap. Ohne diese Regel entstehen zwangsläufig Seiten, auf denen steht: „Noch kein Eintrag vorhanden."
4. Weniger Orte als geplant
Wer zwanzig Städte plant und Daten für sechs hat, startet mit sechs. Vierzehn leere Seiten kosten mehr, als sie einbringen – und sie lassen sich später jederzeit freischalten. Der umgekehrte Weg, also Seiten aus dem Index zu bekommen, ist deutlich mühsamer.
Was einen Eintrag tragfähig macht
- Eigener Text, kein Datensatz in Sätzen. Zwei bis drei Sätze, die jemand geschrieben hat, schlagen zehn automatisch formulierte.
- Angaben, die nicht überall stehen. Seit wann, Schwerpunkt, Besonderheit. Adresse und Telefonnummer hat jedes andere Verzeichnis auch.
- Ein Grund für die Aufnahme. Wenn jeder aufgenommen wird, der sich meldet, ist die Aufnahme keine Information.
Der Test vor dem Start
Tauschen Sie auf einer Themenseite den Ortsnamen aus. Wird der Text dadurch falsch? Wenn nicht, trägt die Seite keinen eigenen Inhalt – dann ist sie eine Brückenseite, unabhängig davon, wie viele Absätze darauf stehen.
Wachstum
Zwei bis fünf ausgearbeitete Einträge pro Woche sind neben anderer Arbeit realistisch. Nach einem halben Jahr steht ein Bestand, der trägt. Das klingt langsam gegenüber zweitausend erzeugten Seiten – ist aber der einzige Weg, der nach zwei Jahren noch existiert.
Wer Selbsteinträge zulässt, sollte sie prüfen, bevor sie erscheinen. Ein offenes Formular ohne Freigabe füllt sich zuverlässig, nur nicht mit dem, was man wollte.