Die llms.txt ist ein Vorschlag aus der Gemeinschaft, kein verabschiedeter Standard. Kein Anbieter ist verpflichtet, sie zu beachten. Damit ist der Rahmen abgesteckt, und trotzdem lohnt sich die halbe Stunde, die sie kostet.

Was drinsteht

Die Datei liegt unter /llms.txt und ist in Markdown geschrieben – anders als die robots.txt, die ein eigenes Zeilenformat verwendet. Üblich sind:

  • Eine Überschrift mit dem Namen des Angebots
  • Ein Absatz, der in zwei bis vier Sätzen erklärt, worum es geht
  • Eine Liste der zentralen Seiten, jeweils mit kurzer Beschreibung
  • Ein Hinweis auf die Nutzungsbedingungen: Darf zitiert werden, und unter welchen Bedingungen?
  • Die redaktionell verantwortliche Person

Was sie nicht ist

Kein Ersatz für die robots.txt. Die steuert, was abgerufen werden darf. Die llms.txt steuert gar nichts – sie beschreibt.

Kein Ersatz für die Sitemap. Die listet alle Adressen. Die llms.txt listet die wichtigen, und zwar mit Erklärung.

Kein Schutzmechanismus. Wer nicht möchte, dass Inhalte verarbeitet werden, erreicht das nicht über diese Datei. Dafür gibt es robots.txt-Einträge für die jeweiligen Bots – mit allen bekannten Grenzen freiwilliger Beachtung.

Der eigentliche Nutzen

Er liegt in der Übung, nicht in der Datei. Wer eine llms.txt schreibt, muss entscheiden, welche zwanzig Seiten seines Angebots wirklich zählen – und in einem Satz sagen, was jede davon leistet.

Wer das nicht kann, hat ein Problem, das keine Datei löst. Die Website hat dann keinen erkennbaren Schwerpunkt, und das merkt man ihr auch ohne Sprachmodell an.

Wie sie erzeugt wird

Im SEO CMS entsteht die Datei bei jedem Build aus den gepflegten Einstellungen: Einleitung, Lizenzhinweis, verantwortliche Person und verwandte Quellen sind Felder im Backend, die Seitenliste kommt aus dem Bestand. Erzeugt wird sie nur, wenn der Mandant zur Indexierung freigegeben ist – für ein Projekt, das noch auf noindex steht, wäre eine Einladung an Sprachmodelle widersprüchlich.

Eine Einordnung ohne Heilsversprechen

Es gibt derzeit keinen belastbaren Nachweis, dass die Datei die Übernahme von Inhalten wahrscheinlicher macht. Wer etwas anderes behauptet, verkauft etwas. Was sich sagen lässt: Sie kostet wenig, sie schadet nicht, sie zwingt zu einer nützlichen Entscheidung, und falls sich das Format durchsetzt, ist man vorbereitet.

Das ist eine unspektakuläre Bilanz. Sie ist trotzdem positiv genug, um die Datei anzulegen.