Die klassische Messung fußte auf einer Annahme: Es gibt eine Ergebnisliste, darin eine Position, und die verändert sich nachvollziehbar. Bei formulierten Antworten trifft davon nichts mehr zu. Es gibt keine Liste, keine Position, und dieselbe Frage kann zweimal unterschiedlich beantwortet werden.

Was trotzdem geht

Der Fragenkorb

Legen Sie zwanzig bis dreißig Fragen fest, die Ihr Angebot beantworten sollte. Nicht Suchbegriffe – ausformulierte Fragen, so wie jemand sie stellen würde. Stellen Sie sie monatlich in denselben Systemen und protokollieren Sie drei Dinge: Werden Sie genannt? Wird verlinkt? Stimmt, was über Sie gesagt wird?

Das ist Handarbeit und dauert eine Stunde im Monat. Es ist die einzige Messung, die unmittelbar das misst, worum es geht.

Zugriffe der Bots

In den Serverprotokollen steht, welche Crawler wie oft vorbeikommen. Das sagt nichts über die Verwendung, aber es zeigt, ob Sie überhaupt erfasst werden – und ob eine robots.txt-Regel etwas blockiert, das Sie nicht blockieren wollten.

Verweise aus Antwortsystemen

Wo Antworten verlinken, taucht die Herkunft in der Zugriffsstatistik auf. Die Zahlen sind klein, aber die Richtung ist ablesbar. Wichtiger als die Menge ist, welche Seiten dort auftauchen: meist sind es die mit einer klaren Antwort am Anfang.

Markennennungen ohne Verweis

Nennung ohne Klick ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ein Teil davon schlägt sich später in direkten Aufrufen und Suchen nach dem Markennamen nieder. Diese Zahl im Blick zu behalten ist sinnvoller, als sie zu ignorieren, weil sie sich nicht sauber zuordnen lässt.

Der Effekt, auf den man vorbereitet sein sollte

Sichtbarkeit und Besucherzahl laufen auseinander. Eine Marke kann häufiger genannt werden und gleichzeitig weniger Klicks bekommen, weil die Antwort die Frage bereits beantwortet hat. Wer allein auf Besucherzahlen schaut, hält das für einen Rückschlag und zieht die falschen Schlüsse.

Deshalb gehört in jede Auswertung eine zweite Spalte neben dem Verkehr: Werden wir erwähnt? Beide Zahlen zusammen ergeben ein Bild, jede für sich ein falsches.

Was man sich sparen kann

  • Werkzeuge, die eine „GEO-Position" ausweisen. Es gibt keine Position. Was solche Werkzeuge zeigen, sind eigene Stichproben – dasselbe, was Sie selbst machen können, in hübsch.
  • Tägliche Messung. Die Streuung zwischen zwei Abfragen ist größer als die Veränderung innerhalb einer Woche. Monatlich reicht.
  • Eine einzige Frage als Maßstab. Zufall. Erst ein Korb von zwanzig Fragen ergibt eine Tendenz.

Die unangenehme Wahrheit

Diese Messung ist ungenau, nicht reproduzierbar und nicht vergleichbar mit dem, was man von Ranglisten kennt. Sie ist trotzdem besser als der Verzicht – und ehrlicher als eine Zahl mit zwei Nachkommastellen, die eine Genauigkeit vortäuscht, die es nicht gibt.