Beim Wechsel des Systems wird meist zuerst gefragt, wie die alten Adressen weitergeleitet werden. Die bessere erste Frage lautet: Welche davon lassen sich behalten?

Warum das mehr ist als Bequemlichkeit

Jede Weiterleitung ist ein zusätzlicher Aufruf, ein Punkt, an dem etwas falsch konfiguriert sein kann, und ein Eintrag, den jemand pflegen muss. Und sie ist nie ganz verlustfrei: Externe Verweise zeigen weiterhin auf die alte Adresse, Lesezeichen ebenso, und die Bewertung der neuen Adresse beginnt nicht bei null, aber auch nicht bei hundert Prozent.

Die Voraussetzung: konfigurierbare Adresssegmente

Ein Redaktionssystem legt üblicherweise fest, wie Adressen aussehen: Beiträge unter einem Segment, Kategorien unter einem anderen. Sind diese Segmente Einstellungen statt Vorgaben, lässt sich die vorhandene Struktur nachbilden, statt sie zu ersetzen.

Ein Beispiel aus einem tatsächlichen Umzug – ein Portal mit 117 Adressen aus einem verbreiteten Redaktionssystem:

bisherAnzahlModul im neuen SystemEinstellung
Beiträge einer Kategorie25BlogBlogsegment auf denselben Wert
Begriffsseiten68LexikonLexikonsegment auf denselben Wert
Werkzeugseiten8VerzeichnisVerzeichnissegment auf denselben Wert
Themenseiten6OrtsseitenOrtssegment auf denselben Wert

Vier Einstellungen. Danach war keine einzige dieser Adressen zu ändern.

Was trotzdem übrig blieb

Sechzehn Weiterleitungen – aber keine davon aus technischen Gründen. Es waren redaktionelle Entscheidungen: Seiten, die dasselbe Thema doppelt behandelten und zusammengeführt wurden. Dazu eine Handvoll Regeln für die Infrastruktur des alten Systems: Feed, Kategoriearchive, Blätterseiten, Anmeldeseite.

Der abschließende Schrägstrich ist dabei kein Fall für die Liste: Eine einzige Regel im Webserver, die ihn entfernt, deckt den gesamten Bestand ab. Ein Sprung pro Adresse, keine Ketten.

Wo die Grenze liegt

Nicht jede Struktur ist erhaltenswert. Adressen mit Kennnummern, Datumsangaben im Pfad oder Sitzungsparametern sind ein Grund, den Umzug für eine Bereinigung zu nutzen. Die Entscheidung sollte aber bewusst fallen – und nicht daran hängen, dass das neue System eine andere Vorgabe mitbringt.

In eigener Sache

Die Zahlen oben stammen aus einem Projekt des Betreibers dieser Seite. Sie zeigen, was mit konfigurierbaren Adresssegmenten möglich ist – nicht, dass jeder Umzug so ausgeht. Bei Systemen mit fest verdrahteter Adressstruktur ist der Aufwand ein völlig anderer.