Beim Umzug einer Website entsteht früher oder später eine Liste alter Adressen und ihrer neuen Ziele. Sie ist schnell geschrieben und altert schlecht. Drei Fehler treten dabei regelmäßig auf, alle drei bleiben unbemerkt, bis jemand nachmisst.
Ketten
Adresse A zeigt auf B, B später auf C. Aus einem Aufruf werden zwei zusätzliche, und jede Station kostet Zeit. Ab etwa fünf Stationen folgen Suchmaschinen nicht mehr zuverlässig – der Verweis verliert seine Wirkung, obwohl formal alles korrekt umgeleitet ist.
Das Gegenmittel gehört nicht in die Pflege, sondern in die Erzeugung: Beim Zusammenstellen der Regeln wird jede Kette auf ihr Endziel gekürzt. A zeigt dann direkt auf C, auch wenn in der Verwaltung weiterhin zwei Einträge stehen.
Schleifen
A zeigt auf B, B zurück auf A. Für den Besucher endet das im Abbruch mit einer Fehlermeldung über zu viele Umleitungen. Solche Paare entstehen fast nie absichtlich, sondern durch zwei Personen, die dieselbe Zusammenführung von verschiedenen Seiten aus eintragen.
Auch das lässt sich prüfen, bevor eine Regel wirksam wird – und ist damit ein Fall für die Erzeugung, nicht für die Fehlersuche im Betrieb.
Regeln, die nie greifen
Der unauffälligste Fehler: Für eine Adresse existiert weiterhin eine erzeugte Seite. Der Webserver liefert die Datei aus, die Weiterleitung wird nie erreicht. In der Verwaltung sieht alles richtig aus, in der Wirklichkeit passiert nichts.
Deshalb sollte beim Bauen geprüft werden, ob es die Quelladresse als Datei gibt – und eine Meldung erscheinen, wenn ja. Stillschweigend nichts zu tun ist die schlechteste aller Reaktionen.
Der wertvollste Teil: was fehlt
Keine Sitemap ist vollständig. Es gibt Adressen mit Verlinkungen, die in keinem Verzeichnis stehen: aus alten Newslettern, aus Foren, aus Beiträgen anderer Seiten, aus Lesezeichen. Wer nur die Sitemap abarbeitet, hat den bekannten Teil erledigt.
Hilfreich ist deshalb ein Protokoll der nicht gefundenen Adressen – mit Aufrufzahl und Verweisquelle. Nach zwei Wochen zeigt es, welche alten Adressen tatsächlich noch angesteuert werden. Aus dieser Liste entstehen die Regeln, die die Sitemap nicht hergab. Erfahrungsgemäß sind es ein bis zwei Dutzend.
Wann 410 statt 301
Nicht jede alte Adresse hat ein Ziel. Eine Seite, deren Inhalt ersatzlos entfällt, sollte nicht auf die Startseite umgeleitet werden: Suchmaschinen werten solche Umleitungen als weiche Fehlerseite, und der Besucher landet dort, wo er nicht hinwollte. Der Statuscode 410 sagt aus, dass es den Inhalt nicht mehr gibt – eine ehrliche Antwort, die auch schneller aus dem Index führt als ein 404.