Interne Verlinkung ist der am meisten unterschätzte Hebel, weil sie nichts kostet und niemand sie einem wegnehmen kann. Sie ist auch der am schlechtesten umgesetzte, weil sie meistens als Aufgabe am Ende erledigt wird statt beim Schreiben.

Was ein Verweis leisten soll

Drei Dinge gleichzeitig: einem Leser weiterhelfen, einer Suchmaschine sagen, worum es auf der Zielseite geht, und Bedeutung zwischen Seiten weitergeben. Ein Verweisblock unter dem Artikel schafft davon höchstens das Dritte, und auch das schlecht.

Der Unterschied im Ankertext

„Hier klicken" und „mehr erfahren" beschreiben nichts. „Weitere Informationen zum Prüfdatum im Lexikon" beschreibt das Ziel. Der Ankertext ist eine der wenigen Stellen, an denen man ohne Umweg mitteilen kann, worum es auf einer anderen Seite geht.

Zugleich: Immer denselben Ankertext auf dieselbe Seite zu setzen, wirkt konstruiert. Natürlich entstehen Varianten, und das ist gut so.

Warum ein Lexikon die Sache löst

Ohne Lexikon steht man in jedem Text vor derselben Entscheidung: den Fachbegriff kurz erklären und den Lesefluss unterbrechen – oder ihn voraussetzen und einen Teil der Leser verlieren. Mit Lexikon verweist man einmal und schreibt weiter.

Der Nebeneffekt ist eine Verlinkung, die von selbst entsteht und inhaltlich begründet ist. Niemand muss sich hinsetzen und „interne Links setzen". Sie fallen beim Schreiben an.

Vier Muster, die schaden

  • Der Verweisblock aus Pflichtgefühl. Zehn Links unter jedem Artikel, immer dieselben, ohne Bezug zum Text. Für Leser wertlos, für Maschinen ein Rauschen.
  • Verweise auf Übersichten statt auf Inhalte. Ein Link auf die Kategorieseite hilft weniger als einer auf die eine Seite, die die Frage beantwortet.
  • Tote Ziele. Ein Verweis auf einen Lexikoneintrag, den es nicht gibt, ist schlechter als kein Verweis. Ein System, das solche Verweise beim Bauen weglässt, nimmt einem diese Sorge ab.
  • Alles verlinken. Wenn in einem Absatz fünf Wörter blau sind, liest niemand mehr weiter, und keiner der fünf Verweise bekommt Gewicht.

Die Seiten, die niemand verlinkt

Der häufigste Fund bei einer Prüfung: Seiten, die nur über die Sitemap erreichbar sind. Erzeugte Themenseiten, ältere Beiträge, Detailseiten aus dem Verzeichnis. Sie sind technisch einwandfrei und werden trotzdem selten indexiert, weil nichts auf sie zeigt.

Die Gegenmaßnahme ist unspektakulär: Übersichten, die alle Einträge zeigen statt nur die neuesten. Nachbarschaftsverweise zwischen verwandten Seiten. Und beim Schreiben eines neuen Beitrags einmal prüfen, welche älteren Seiten dazu passen – und dort einen Verweis ergänzen. Das ist die Richtung, die regelmäßig vergessen wird: vom Alten aufs Neue.