Programmatische SEO hat einen zweifelhaften Ruf, und das zu Recht: Der Ansatz ist dieselbe Technik, mit der auch Brückenseiten in Serie entstehen. Der Unterschied liegt nicht in der Erzeugung, sondern in der Datengrundlage.

Die eine Frage

Tauschen Sie in Gedanken den Ortsnamen, den Produktnamen oder das Merkmal aus, das die Seite von den anderen unterscheidet. Wird der Text dadurch falsch?

Wenn ja, trägt die Seite eigenen Inhalt. Wenn nein, ist sie eine Doorway-Page – unabhängig davon, wie viele Absätze darauf stehen und wie natürlich sie formuliert sind.

Was eine Seite eigen macht

  • Eigene Datensätze. Auf einer Ortsseite die Einträge dieses Ortes, nicht eine Auswahl aus dem Gesamtbestand.
  • Zahlen, die sich unterscheiden. Wie viele Einträge, welche Schwerpunkte überwiegen, seit wann.
  • Ein redaktioneller Absatz. Zwei bis drei Sätze, die jemand geschrieben hat, der den Ort oder das Thema kennt.
  • Verweise auf Nachbarschaft. Angrenzende Orte, verwandte Kategorien – nützlich für Leser und für die interne Verlinkung.

Die Disziplin, die es braucht

Die entscheidende Regel ist unbequem: Seiten ohne Daten werden nicht veröffentlicht. Nicht mit Platzhaltertext, nicht mit „hier entsteht in Kürze“, nicht mit einer Auswahl aus dem Gesamtbestand, die so tut, als sei sie örtlich.

Praktisch heißt das: ein Sichtbarkeitsschalter je Seite und eine Untergrenze. Drei Einträge sind ein brauchbarer Wert. Darunter existiert die Seite im Backend, erscheint aber weder in der Navigation noch in der Sitemap.

Die Reihenfolge

Erst Daten, dann Seiten. Wer zuerst zweitausend Adressen anlegt und danach überlegt, womit er sie füllt, hat zweitausend dünne Seiten und ein Problem, das sich nur durch Löschen lösen lässt.

Sinnvoll ist ein Musterlauf: fünf Seiten von Hand ausarbeiten, bis sie gut sind. Erst dann erkennt man, welche Datenfelder man eigentlich braucht – und meistens sind es andere als die, die man anfangs vermutet hätte.

Interne Verlinkung muss mitwachsen

Ein häufig übersehener Punkt: Erzeugte Seiten sind oft nur über die Sitemap erreichbar. Eine Seite ohne eingehende interne Verweise wird selten indexiert, auch wenn sie technisch einwandfrei ist. Übersichtsseiten, Nachbarschaftsverweise und Verweise aus dem Fließtext gehören deshalb zum Konzept, nicht in eine spätere Ausbaustufe.

Wenn es doch schiefgegangen ist

Dünne Seiten, die bereits im Index sind, lassen sich nicht durch Ergänzen retten – jedenfalls nicht in großer Zahl. Der schnellere Weg ist Reduktion: Die schwächsten Seiten auf noindex setzen oder entfernen, die verbleibenden ausbauen, Weiterleitungen einrichten. Ein Verzeichnis mit fünfzig guten Seiten schlägt eines mit fünfhundert leeren, und der Weg dorthin führt durch das Löschen.