Eine neue Website geht selten an einem Tag online. Sie sickert: erst der Server, dann die Vorlagen, dann die ersten Inhalte, irgendwann die Rechtstexte. In dieser Zeit soll niemand mitlesen – und genau in dieser Zeit passieren die Fehler, die später teuer sind.
Warum ein einzelner Schalter zählt
Die üblichen Fehlerbilder entstehen nicht durch Vergesslichkeit, sondern durch Zustände, die nur halb stimmen:
- Die Seiten tragen noindex, aber die robots.txt sperrt den Abruf – dann wird das noindex nie gelesen, und die Adressen können trotzdem in Ergebnissen auftauchen.
- Die robots.txt ist offen, das noindex steht noch – die Seite wird abgerufen und korrekt nicht indexiert, aber der Bot verbraucht Zeit für nichts.
- Alles ist offen, nur die Rechtstexte fehlen noch.
Deshalb sollte ein einziger Schalter noindex, robots.txt und llms.txt gemeinsam steuern. Halb eingeschaltet gibt es dann nicht.
Die Liste vor der Freigabe
Inhalt
- Mindestens die Startseite und zehn bis zwanzig echte Inhaltsseiten sind fertig
- Keine Platzhaltertexte, kein Blindtext, keine „in Kürze“-Seiten
- Themenseiten ohne Datensätze stehen auf unsichtbar
- Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung
Recht
- Impressum vollständig, mit ladungsfähiger Anschrift
- Datenschutzerklärung an die tatsächlichen Verhältnisse angepasst – Hoster, Reichweitenmessung, Fristen
- Bei Reichweitenmessung: Rechtsgrundlage geprüft
Technik
- HTTPS erzwungen, www-Variante weitergeleitet
- Canonical auf jeder Seite, kein Verweis auf eine Testdomain
- Fehlerseiten vorhanden und auf noindex
- Sitemap erzeugt und in der robots.txt eingetragen
- Keine Weiterleitungsschleifen – ein Aufruf der Startseite mit und ohne Schrägstrich genügt als Probe
- Bei einem Umzug: Weiterleitungen von allen alten Adressen
Struktur
- JSON-LD gültig, keine leeren Felder
- Autorenprofil angelegt und mit den Beiträgen verknüpft
- Vorschaubild vorhanden – oder gar keines, aber keines aus einem anderen Projekt
Die Reihenfolge
Erst Rechtstexte, dann Technikprüfung, dann Inhalt zählen, dann freischalten – und danach neu bauen. Der letzte Schritt wird regelmäßig vergessen: Bei einem statischen System ändert ein Schalter in der Datenbank nichts an den bereits erzeugten Dateien. Solange nicht neu gebaut wurde, steht das noindex weiterhin in jeder HTML-Datei.
Nach der Freigabe
- Startseite und drei Unterseiten im Quelltext prüfen: Steht dort jetzt „index, follow“?
- robots.txt aufrufen: Ist das Disallow verschwunden, steht die Sitemap drin?
- llms.txt aufrufen: Wird sie jetzt ausgeliefert?
- Website in der Search Console anmelden und die Sitemap einreichen
- Nach zwei Wochen prüfen, wie viele Seiten aufgenommen wurden – und bei großen Abweichungen nach der Ursache suchen, statt zu warten
Der Grund für die Strenge
Ein halbleeres Projekt, das früh in den Index gerät, macht einen ersten Eindruck, den man nicht schnell wieder los wird. Zwei Wochen später mit gutem Inhalt zu starten kostet zwei Wochen. Mit schlechtem Inhalt zu starten kostet ein halbes Jahr.