Die Reihenfolge stimmt bei vielen Projekten nicht: Erst wird die Sitemap eingereicht, dann gewartet, dann gerätselt, warum von dreihundert Adressen sechzig aufgenommen wurden. Die Sitemap ist aber kein Antrag, dem stattgegeben wird. Sie ist ein Hinweis.

Was eine Sitemap leistet

Sie teilt mit, welche Adressen es gibt und wann sie zuletzt geändert wurden. Das hilft in drei Fällen wirklich: bei sehr großen Beständen, bei neuen Websites ohne eingehende Verweise und bei Seiten, die intern schlecht erreichbar sind.

Sie leistet ausdrücklich nicht: eine Zusage zur Aufnahme, eine Gewichtung über das Prioritätsfeld – das ohnehin weitgehend ignoriert wird – und keinen Ausgleich für dünne Inhalte.

Was interne Verlinkung leistet

Sie beantwortet die Frage, die eine Sitemap nicht beantworten kann: Wie wichtig ist diese Seite im Verhältnis zu den anderen? Eine Seite, die von der Startseite, einer Übersicht und drei Fachbeiträgen verlinkt wird, ist erkennbar Teil des Angebots. Eine Seite, die nur in der Sitemap steht, ist eine Behauptung.

Daraus folgt ein praktischer Grundsatz: Jede Seite, die indexiert werden soll, braucht mindestens einen internen Verweis aus einem Fließtext oder einer Übersicht. Ein Eintrag in der Sitemap allein genügt nicht.

Das Änderungsdatum ist der eigentliche Wert

Der nützlichste Teil einer Sitemap ist die Angabe der letzten Änderung – vorausgesetzt, sie stimmt. Wer bei jedem Bauvorgang das aktuelle Datum einträgt, behauptet täglich Aktualität für dreihundert Seiten. Die Angabe wird dann ignoriert, und mit ihr die berechtigten Fälle.

Richtig ist das Datum der letzten inhaltlichen Änderung. Bei einem statischen System heißt das: nicht der Zeitpunkt des Builds, sondern der des Speicherns im Backend.

Die Diagnose in der Search Console

Der Bericht zur Indexabdeckung nennt für jede nicht aufgenommene Adresse einen Grund. Drei kommen ständig vor:

  • Gefunden, zurzeit nicht indexiert. Die Adresse ist bekannt, wurde aber nicht für wichtig genug gehalten. Meist ein Zeichen für dünnen Inhalt oder fehlende interne Verweise.
  • Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert. Die Seite wurde gelesen und für verzichtbar befunden. Das ist eine inhaltliche Rückmeldung, keine technische.
  • Alternative Seite mit richtigem kanonischem Tag. Es gibt eine zweite Adresse mit demselben Inhalt – fast immer hausgemacht.

Die Reihenfolge, die funktioniert

  1. Interne Verlinkung prüfen: Ist jede Seite von mindestens einer anderen erreichbar?
  2. Doppelte Adressen ausschließen: HTTPS, www, Schrägstriche, Index-Adressen.
  3. Dünne Seiten unsichtbar schalten, statt sie mitzuschleppen.
  4. Erst dann die Sitemap einreichen.
  5. Nach zwei Wochen den Abdeckungsbericht lesen – und die genannten Gründe ernst nehmen.

Wer in umgekehrter Reihenfolge vorgeht, verbringt Wochen damit, eine Datei erneut einzureichen, die nie das Problem war.